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Gesellschaft für interkulturelle Germanistik

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Interkulturelle Germanistik – Begriffe und Konzepte

Aufgrund der inzwischen erreichten Breite und  Komplexität der Interkulturellen Germanistik, der Vielfalt der an ihr beteiligten germanistischen Teildisziplinen und Arbeitsfelder und ihres in hohem Maße interdisziplinären Charakters sowie last but not least wegen der großen Zahl der auf diesem Gebiet forschenden und lehrenden Mitglieder der Gesellschaft kann und soll Vollständigkeit nicht angestrebt werden. Stattdessen wird versucht, als wesentlich erachtete Schwerpunkte und Entwicklungen darzustellen – was immer gebunden bleibt an die subjektive Sicht Einzelner. Deshalb sind die Artikel namentlich gekennzeichnet.

Interkulturelle Germanistik

Interkulturelle Germanistik‘ ist ein Dachbegriff. Mit ihm wird Verschiedenes bezeichnet: ein Arbeitsfeld der internationalen Germanistik, ein Gebiet mit Schnittstellen zu Deutsch als Fremd- und Zweitsprache, eine Forschungsperspektive mit einem spezifischen theoretischen und methodischen Profil sowie eine deskriptive oder eine normative Leitidee. Interkulturalität als Wert bezeichnet dann ein Interesse daran, kulturelle Unterschiede nicht zu unüberwindbaren Differenzen werden  zu lassen, mithin ein Interesse an Humanisierung.

Interkulturelle Germanistik gibt es deshalb in unterschiedlichen Ausformungen in der Linguistik (mit Feldern wie z. B. der Mehrsprachigkeit, Spracherwerb, Sprachlernen, Sprachlehre), in der interkulturellen Literaturwissenschaft (Interkulturalität in Texten, aber auch bei der Produktion und Rezeption von Literatur, Arbeitsfeldern wie  postkoloniale Studien, Orientalismus, Literatur und Migration, ‚kleine Literaturen‘ / Literatur und Minderheiten, interkulturelle Literaturgeschichte u.a.m.), der Mediävistik, den Kommunikationswissenschaften, der Translationswissenschaft, der Sprach- und Literaturdidaktik  und an verschiedenen interdisziplinären Schnittstellen wie der Raumforschung, der Kulturtransferforschung, der Soziologie, Ökonomie und Religionswissenschaft  u.a.m.

Einheit und Vielfalt der interkulturellen Germanistik, die Profilierung von Theorien und Methoden und eine Fülle von Antworten auf unterschiedliche gesellschaftliche Fragestellungen und Problemlagen sind dokumentiert in den Publikationen der Gesellschaft. Eine erste umfassende Übersicht über Konzepte, Rahmenbegriffe, Arbeitsfelder und länderspezifische Ausprägungen bietet das Handbuch interkulturelle Germanistik (Hg. von A. Wierlacher und Andrea Bogner, 2013). Seither hat sich die interkulturelle Germanistik, nicht zuletzt aufgrund ständig wachsender gesellschaftlicher Herausforderungen, sehr dynamisch weiter entwickelt.

Herbert Uerlings


Verantwortlich für die Redaktion: Gabriele Ziegler

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